Die Stadt der Liebe - Trauergrenze der Freiheit

Ich habe heute ein Video gesehen in dem Menschen aus dem Hinterausgang des Pariser Konzertsaales gerannt sind und einige dabei einfach abgeschossen wurden – das macht sprachlos. Singende Franzosen habe ich in Erinnerung. So nah als war es gestern. Endlos traurig aber auch sehr nachdenklich.

Es gab keinerlei Trauerbewegung als letzte Woche ein Jet mit über 200 Menschen abgeschossen wurde. Vermutlich passierte dies aus der gleichen Überzeugung von Menschen die glauben im Namen Gottes das Richtige zu tun. Vielleicht war es nicht so nah.

 

Gestern und heute beten Millionen Menschen und stellen Kerzen in ihre Fenster um Anteil zu nehmen. Ich sehe die Kerzen in den Fenstern meiner Straße. Das ist ein schönes Licht und Zeichen. Ich kenne einige von den Menschen in den Häusern. Ich weiß dass manche von ihnen sich gegenseitig die Pest an den Hals wünschen, sich hassen und vor Gericht ziehen. Man nennt das Nachbarschaftskrieg. Klingt nett – ist es aber nicht. Was verbindet Menschen? Was trennt Menschen? Warum hassen Menschen? Ist es Angst?

 

Die erreichte Freiheit des Westens ist vielleicht mehr Freiheit als anderswo aber trotzdem versklavt an Systeme medialer, wirtschaftlicher oder politischer Macht. Weil ihre Anführer ihren persönlichen Vorteil im Blick haben – bei VW, beim DFB oder der deutschen Bank. So wie wir alle manchmal unseren Vorteil im Blick haben, nicht wahr?

 

Angst zu kurz zu kommen lässtUrlauber Handtücher auf Liegen legen. Angst den Parkplatz zu verpassen lässt Autofahrer sich prügeln. Angst vor Flüchtlingen erlaubt pauschale Vor-Urteile. Angst im Himmel nicht den entsprechenden Lohn zu empfangen veranlasste Menschen dazu den Ablass zu zahlen oder zu töten. Im Namen Gottes. Nichts neues >>>

 

Das haben die Kreuzzüge zu anderen Zeiten auch schon bewiesen. Fast alle kriegerischen Konflikte sind religiöser Natur weil die heiligen Schriften aller Religionen zum eigenen Vorteil ausgelegt werden können. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass der Westen den Krieg in den Mittleren Osten gebracht hat. Eine Kriegsmaschine läuft auf Hochtouren; sie finanziert zum großen Teil unseren Wohlstand. Täglich sterben in Syrien durch westliche Truppen viele Zivilisten. Niemand trauert. In Lybien oder Algerien haben leider auch Franzosen zu anderen Zeiten hunderttausende Menschen ermordet – ohne Trauer im Westen. Saat und Ernte greift nicht nur im persönlichen Leben, sondern auch national und global – national werden unschuldige zu Opfern. Elende Realität.

 

Ich wage zu behaupten dass der Terror in uns allen ist – mehr oder weniger ausgelebt. Alle Menschen die ich je getroffen habe waren fähig zu lieben und zu ehren sowie zu betrügen und zu hassen. Menschen denen man das Gehirn frittiert hat schießen dann um sich oder sprengen sich in die Luft. Wir sind erst frei wenn es nicht mehr um Recht oder Unrecht geht; und erst dann wenn alle frei sind – vorher nicht. Wenn es je Sinn gemacht hat dass heutige Wissenschaften genauso wie alle alten spirituellen Vorfahren davon sprechen das wir alle eins sind – dann jetzt und in naher Zukunft. Wenn es je Sinn gemacht hat seine eigenen Urteile zu überprüfen, dann jetzt. Wenn es je Sinn gemacht hat seinem eigenen Hass zu begegnen und sein Herz zu öffnen für eine persönliche Revolution, dann jetzt.

 

Liebe zur Freiheit - in dieser Welt - muss Grenzen setzen. Manchmal muss man förmlich für die Verteidigung der erreichten Freiheit in den herzlichen Widerstand gehen. Gerade dann wenn man spürt das wir alle eins sind und das Ziel echte Freiheit ist – nicht nur die Abwesenheit von Krieg. Wir müssen im persönlichen Leben „nein“ sagen und auch global zu dem was uns oder andere zurück werfen, versklaven oder einfach zerstören will. In sich selbst und in allen anderen die gleiche Quelle zu erkennen – wir sind eins - und unser Licht leuchten zu lassen klingt altmodisch aber ist langfristig die einzige Chance für den blauen Planten bzw. seine menschlichen Bewohner.

 

Solange sind wir auf dem Weg und wir müssen dem Terror Einhalt gebieten – auf jede Weise. Ohne dabei selbst zu Terroristen zu werden. Der wirkliche Feind sind nicht andere Menschen, sind nicht Gruppen und ist auch keine Religion – der Gegner ist Angst. Angst die Verantwortung zu übernehmen. Angst seinem Herzen zu folgen. Angst gegen den Strom zu schwimmen – falls nötig und nicht aus Gewohnheit. Angst zu kurz zu kommen. Angst vor dem Tod. Jede kleine überwundene Angst ist ein Schritt in die Freiheit.

 

Wir werden Hilfe brauchen, ja. Hilfe von jedem der bereit ist seine höchste Version von sich immer weiter zu entwickeln und im Leben hier durch sich wirklich lebendig werden zu lassen. In jeder Krise steckt eine Chance. Paris wird die Stadt der Liebe genannt. So sei es!

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Kommentare: 1
  • #1

    Wendie Flore (Mittwoch, 01 Februar 2017 18:48)


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