Man sieht nur mit dem Herzen gut - auch sich selbst

Auf unserer Suche nach Verlässlichkeit, Stabilität und Liebe für unser eigenes Leben sind Beziehungen zu anderen Menschen sehr wichtig. Wir möchten hören, verstehen und erleben, wie und wer sie sind, was sie denken, empfinden und weshalb sie tun, was sie tun. Wir kommen uns näher, sobald wir gedanklich einschätzen können, wie andere Menschen ticken. Wenn wir dabei auf Sympathie, Gemeinsamkeiten und gegenseitiges Verständnis stoßen, rücken wir noch näher zusammen. Manchmal verschmelzen wir geradezu mit einem anderen Menschen und haben das Gefühl uns dabei selbst zu verlieren. 

 

Jeden Tag begegnen wir anderen Menschen. Wir nehmen sie über ihr Aussehen, ihre Sprache und ihre körperliche Ausdrucksweise wahr - unbewusst - es geschieht in Lichtgeschwindigkeit. Ein komplexer Prozess, voll automatisiert. Das Gehirn und die Gefühlswelt eines jungen Erwachsenen haben bereits unzählige Bewertungskriterien gespeichert, welche Menschen er interessant findet oder von welchen Menschen er besser die Finger lassen sollte. Das Ergebnis unserer Musterung sagt uns, vor wem man Angst haben sollte, wer mit Vorsicht zu genießen ist, oder wer einen "netten" Eindruck macht. Wenn uns gefällt was wir erkennen, öffnen wir uns, teilen wir uns mit und es entstehen Beziehungen. Mit der Zeit lernen wir weitere Überzeugungen, Wertvorstellungen, Eigenschaften und Handlungsweisen kennen. Je klarer wir sehen, wer der andere ist, desto eher entsteht das, was wir Vertrauen nennen.

Wenn Du mal beobachtest, mit wem Du selbst befreundet bist, entdeckst Du, dass es meist unsere eigenen Werte, Überzeugungen und Eigenschaften sind, die wir auch an anderen Menschen mögen. Die finden wir anziehend. Und wir halten uns lieber fern von Menschen, deren Ausdruck, Sprache oder Aussehen uns abstößt oder deren Handlungen uns rätselhaft scheinen. Freundschaften und Beziehungen fühlen sich für uns stabil, sicher und sinnvoll an, solange wir zumindest wissen, mit wem wir es zu tun haben. Plötzlich auftretende Veränderungen, z.B. bei den Überzeugungen oder Interessen vertrauter Menschen, machen uns schnell zu schaffen, weil diese Änderungen uns zu einer neuerlichen Einordnung herausfordern. Wir verstehen dann oft die Welt nicht mehr. Sätze wie: „Mein Mann hat sich total verändert“ oder „Ich kenne Dich gar nicht mehr“ sind uns allen vertraut. Sie bedeuten für viele Beziehungen oft den Anfang vom Ende.


Wieviel Liebe steckt eigentlich in Liebesbeziehungen?

 

Wenn Dir bewusst wird, aus welchen Gründen Du oder die Menschen um Sie herum in einer Liebesbeziehung (Partnerschaft) oder Freundschaften stehen, erkennst Du, dass es meistens die gleichen Sehnsüchte und Bedürfnisse sind, die zwei oder mehrere Menschen miteinander verbunden haben.

 

Beziehungen bieten großartige Möglichkeiten das Wesen der Liebe zu erleben. Sofern sie beweglich und flexibel bleiben, bieten sie auch langfristig viel Raum, um bestenfalls sich selbst zu erkennen. Je klarer wir uns selbst erkennen, desto mehr verstehen wir das Wesen der Liebe. Es macht Sinn seine eigenen Bedürfnisse zu erkennen und Wege zu finden sie zu stillen. Üblicherweise sind Menschen mehr daran interessiert, andere Menschen kennenzulernen ohne sich dabei selbst erkannt zu haben oder zu erkennen. Sie zeichnen ein Bild vom Partner oder sich selbst, sie erfassen und ordnen ein, statt den Partner oder auch andere Menschen als Spiegel ihres eigenen Wesens zu begreifen. Sie möchten erfüllt werden mit allem was sie in sich selbst nicht finden können. So entstehende und gelebte Beziehungen verwandeln sich nicht selten zur enttäuschten Erfüllung von Pflichten ohne Freude, Freiheit und Frieden.


Wer Du bist, entscheidet wen Du kennenlernst

Solange wir uns als getrennt von anderen Menschen sehen, haben wir nicht wahrgenommen, dass wir alle aus dem gleichen Stoff des Lebens sind, egal ob wir die verbindende Ebene nun Seele, Geist, Herz, Gott oder Liebe nennen - es ist eine unsichtbare Form: Energie. Wir haben alle den gleichen Ursprung und Atem. Als - im Bewusstsein - getrennte Menschen, lernen wir uns lediglich mit Hilfe unserer Gedanken, Worte und unserer Gefühle kennen. Wir versuchen es zumindest. Auf diesem Weg allerdings lernen wir dann aber eben lediglich die Gedanken, Überzeugungen und Gefühle der anderen kennen. Doch da geht noch mehr.

 

Die Gedanken und Gefühle aller Menschen sind wechselhaft. Und sehr viele Menschen haben keinen bewussten Bezug oder Kontakt zu ihrem eigentlichen Wesen, ihrem geistigen Herzen hergestellt. Daher ist ihre Fremd- und Selbstwahrnehmung unvollständig. Sie begegnen dann anderen Menschen auf systematischer Definitionsebene - und sie sehen auch sich selbst im Spiegel als definiertes Bild. Sie sehen einen Körper, Augen, eine Welt und denken sich ihren Teil darüber.

In Deinem Kopf könnte die Definition über Dich selbst so klingen: "Ich bin groß oder klein, dick oder dünn, arm oder reich. Ich bin modern gekleidet, mache gern Sport und bin einfühlsam. Ich kann nicht kochen, bin oft krank und hasse Lärm. Ich sollte öfter aufräumen, weniger Süßkram essen und nicht soviel rauchen. Ich sehe doch noch ganz gut aus für mein Alter, muss schließlich Geld verdienen und ich hasse Untreue. Ich bin jemand mit dem man echt Spaß haben kann, aber was zu viel ist, ist zuviel."

Und so könnte es über andere Menschen in Dir denken: "Mein Chef ist viel zu streng, meine Freunde melden sich zu selten und ich muss immer alles alleine machen. Aber mein neuer Nachbar scheint echt nett zu sein. Der hat sogar die gleichen Joggingschuhe wie ich vor seiner Tür stehen. Ich freu mich schon auf den Kinoabend mit Uli und Moni, endlich mal wieder zusammen lachen und danach in den Club. Hoffentlich ist dieser unfreundliche Türsteher nicht wieder da. Der tut immer total wichtig und schaut von oben herab."

Stelle Dir einen Augenblick lang vor, dass Du ein inneres Wesen hast, welches nicht Deine Gedanken und nicht Deine Gefühle sind. Ja, hast natürlich Gedanken und Gefühle - aber Du bist sie nicht. Du bist der oder die, welche/welcher Gefühle und Gedanken hat. Du bist nicht die Ansichten und Dinge mit denen Du Dich identifizierst. In dem Moment in dem Du Dich für diesen Gedanken öffnen kannst, indem Du ihn einfach nur zuläßt und schaust was solch ein Gedanke auslöst, wirst Du vielleicht direkt eine Bestätigung in Dir hören.

 

Nicht Dein Kopf würde diese Idee bestätigen. Ihr Herz wäre es oder wird es sein, welches Dir erstmals klar machen will, das Du ein geistiges Wesen bist, welches in einem physischen Körper lebt. Vielleicht wird diese Aussage auch Dein Bauch kommentieren, spürbar. Hole tief Luft und wenn es in Dir "Ja" atmet, dann sind bist Du ein Stück "erwacht". Erwacht um Dich gleich einem weiteren Gedanken öffnen zu können: alle Menschen haben ein solches inneres Wesen, eine geistige Mitte - abseits der infiltrierten Prägungen. Wenn Du Dich auch diesem Gedanken öffnen kannst und wiederum ein ja in Dir spürst, dann beginnt eine Entdeckungsreise mit wundervollen Möglichkeiten ganz neuer, anderer Perspektiven - von der Identifikation zur Identität.

 

Dann kannst Du sein, wer und wie Du sein willst. Denken und fühlen was Du willst. Und andere Menschen wirklich sehen und kennenlernen. "Man sieht nur mit dem Herzen gut" - erst sich selbst, dann auch den Rest der Welt - Antoine de Saint-Exupéry

 

Hast Du Fragen? Für die Überprüfung von Grundüberzeugungen oder den Weg zu Dir selbst; für die Überwindung von Blockaden oder dem erreichen Deine Ziele begleite ich Dich gerne. Ich biete Einzelcoaching, Coaching via Skype, Telefon, E-Mail und das ONLINE COACHING PROGRAMM GLüCKsKLEE.

 

 

 

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