Gehirnwäsche macht sauber und Spaß

ƒ >> Den Begriff „Gehirnwäsche“ visualisieren fast alle Menschen gleich. Vor ihren Augen tauchen einstmals völlig freie Menschen auf, die durch Zwang oder Drogen, durch Gewalt, Folter oder Angst manipuliert werden und so neue Denkmuster, Meinungen oder Ansichten eingetrichtert bekommen.

 

Doch eigentlich ist der Begriff Gehirnwäsche für diese Art der oben beschriebenen Vorgänge vollkommen ungeeignet. Bei einer Wäsche werden zwar normalerweise Dinge z.B. Kleidungsstücke oder Autos durchgeschüttelt oder geschleudert, doch am Ende sind sie ja dann üblicherweise sauber. Sie strahlen, glänzen und duften nach der Wäsche. Sie sind befreit von Schmutz, Dreck und Gestank. Demnach müsste die landläufig verwendete Begrifflichkeit der Gehirnwäsche wohl eher Gehirnverschmutzung genannt werden, oder?

 

Unfreien Menschen wird ja hierbei vorgekauter Müll infiltriert. Solange bis sie es auswendig können. Was sagt Dein eigener Kopf dazu - wäre also „Gehirnverschmutzung“ da nicht eher zutreffend als „Gehirnwäsche“? Prima, dann sind wir uns einig. Und schon ist es wieder frei und zu haben - das schöne Wort: Gehirnwäsche. Also greife ich es mir kurzerhand und eröffne einen Waschsalon. Den .. grins ... "Gehirnwaschsalon!" Doch wozu könnte man den brauchen?! Etwa, um ein Gehirn zu reinigen? An dieser Stelle fragt Dein Gehirn sich vielleicht das erste Mal: ist der Autor dieses Artikels noch ganz sauber? Dein eigenes Gehirn kann und will sich sicher nicht als verschmutzt oder bedürftig nach einer Gehirnwäsche einstufen, nicht wahr? Wozu denn auch!?

 

Unser Gehirn ist ja grundsätzlich sauber. Wir sind frei und in keiner Weise irgendwie fremd gesteuert. Wir wissen was wir wollen und wir wissen, worauf es ankommt. Wir sagen frei was wir denken und tun, was wir für richtig halten. Wir waren auch nie in einer Sekte und nie in einem Gefangenenlager. Vielleicht ist es so. Vielleicht ist unser Gehirn noch ganz sauber. Wahrscheinlich aber ist es nicht. Sicher dagegen ist: In gewissen Zeiten unserer Kindheit, noch bevor wir sprechen konnten, haben wir alle, Informationen von anderen Menschen erhalten, verinnerlicht und in unserem Unterbewusstsein abgespeichert. Menschen, die uns all das gelehrt haben, wovon sie selbst überzeugt waren. So, wie sie es selbst auch gelernt hatten. Von Menschen, die es davor selbst von anderen Menschen gelernt hatten.

 

Offenbar sind also in allen unseren Köpfen und Zellen viele Überzeugungen abgespeichert, deren Wahrheitsgehalt wir nie geprüft haben. Die uns auch nicht mehr bewusst sind, die unsere Lebenserfahrungen heute aber trotzdem entscheidend beeinflussen. Wie wirken sich unbewusste, erlernte Überzeugungen auf unser Leben aus? Nun, da lohnt vielleicht ein kurzer Blick in die Fähigkeiten unseres Gehirns.

 

Wahrscheinlich kennst Du das Phänomen der unbewusst ablaufenden Reaktionen. Es handelt sich um die faszinierende Fähigkeit unseres Gehirns, Prozesse automatisch und fast nebenbei zu erledigen. So werden z.B. alle organischen Abläufe und Funktionen unseres Körpers völlig unterbewusst gesteuert. Du musst Deinem Herz nicht sagen, dass es schlagen soll, oder? Oder Deinem Magen, dass er das leckere Essen verdauen soll.

 

Auf der nächsten Ebene führen einfache Sinneswahrnehmungen, täglich Millionen von Autofahrer sicher und geregelt durch den Straßenverkehr. Grün heißt fahren, rot heißt stehen. Fahren lernt man in den Fahrstunden. Später unterhält man sich angeregt auf der Fahrt in den Urlaub, während unser Gehirn - unterbewusst - schaltet, bremst, überholt usw. - manchmal weiß man hinterhe nicht mehr, wie man von A nach B gefahren ist, richtig? Darüber muss man nicht mehr nachdenken, auch wenn in einigen südlichen Ländern die Bedeutung der zwei Ampelfarben situationsweise abzuweichen scheint. Prinzipiell funktioniert es genau so.

 

Automatische Reaktionen und Handlungsweisen können wir auch in vielen anderen Lebensbereichen beobachten. Vielleicht hast Du schon selbst einmal bemerkt, dass einzelne Stimmungen oder Handlungsimpulse, auch bei Dir, mit einer Art Wiederholungsfilm überzogen sind. Ein Film, welcher in bestimmten Situationen immer wieder gleiche Reaktionen auslöst, die gleichen Menschen in Dein Leben führt oder gleiche Erfahrungen und Ergebnisse hervorbringt. Eine Art Denk- und Lebensmuster kann so entstanden sein. Das Problem: Manche dieser Wiederholungen gefallen uns gar nicht mal so gut.

 

Hier könnte der Rostlöser "Brainy" oder das Scheuermittel "Synapsos" helfen - wenn man Spaß versteht. Aus meiner Sicht gibt es niemanden, dem eine Art Kopfwäsche schaden könnte. Viele Menschen glauben an die Unversehrtheit ihrer eigenen Gedankenwelt. Sie glauben, dass nur sie unbeeinflußt selbst entscheiden, was sie denken. Sie sind stolz darauf sich von niemandem beeinflussen zu lassen. Das ist natürlich ein Irrtum, denn so manche Grundüberzeugung haben wir als Baby einfach nachgeplappert. Oder auch im Mutterleib aufgesogen. Schon dieser Umstand macht klar: Du kannst Deinem Kopf nicht immer trauen – eine schockierende Einsicht. Wenige wollen es wahrhaben, was unsere Hirnforschung längst bestätigt hat. Auch heute haben wir keine leichte Wahl, wir werden permanent beeinflusst von allem was wir hören und sehen. Wir können lediglich wählen, wer oder was uns beeinflussen darf.

 

Mach doch vielleicht einmal den Test: Beobachte eine Woche lang möglichst oft bewusst Deine eigenen Gedanken. Über Dich selbst oder Deine Nachbarn. Über die Politik oder die Katastrophen. Über Deine Vorlieben und Abneigungen. Über Opfer und Täter oder Deine eigene Meinung zu gut und böse. Beobachte einfach mal, was Du so denkst. Was es denkt in Dir. Ändere es nicht. Stelle es fest. Schreibe möglichst viele Einsichten oder Überzeugungen auf. Danach, beim Lesen der eigenen Überzeugungen entsteht oft ein Aha-Effekt. Auch Du wirst nach dieser Woche nicht wissen, wie um alles in der Welt, so manche Überzeugung sich in Deinen Hirnwindungen einnisten konnte.

 

Diese kleine Überprüfung zeigt Dir spielend (wenn Du sie wirklich machst!), dass ein Waschprogramm angebracht sein könnte. Alle Gedanken, die Du nach einer Beobachtung als unsinnig, belastend oder unwahr erkannt hast, kannst wir dann auf Wahrheitsgehalt prüfen und einige davon - auf Wunsch - getrost mit Klarspülung (in den Abfluss) laufen lassen. Dann haben wir wieder Platz für eigene Gedanken; nicht die, die wir von anderen übernommen haben. Wir wählen die, die uns und anderen Leuten gut tun und die das Leben freier und bunter machen.

 

So verstanden, macht Gehirnwäsche Sinn und Spaß. Also: Ab und zu Motor aus, Gang raus und los geht es!

 

Hast Du Fragen? Auf dem Weg zu neuen Gedanken, bei der Überwindung von Blockaden oder dem entdecken einer tieferen Freiheit unterstütze ich Dich. Ich biete Einzelcoaching, Coaching via Skype, Telefon, E-Mail und mein ONLINE COACHING PROGRAMM GLüCKsKLEE.

 

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